50 Jahre Madrigalchor Klaus Fischbach

Konzerte zum besonderen Jubiläum in Trier und Losheim am See sowie kurzer Rückblick auf 50 erfolgreiche Jahre

In zwei gut besuchten Konzerten, im Atrium des Angela-Merici-Gymnasiums in Trier sowie in der Eisenbahnhalle Losheim am See, gab der Madrigalchor Klaus Fischbach einen hinreißenden Einblick in sein außergewöhnlich abwechslungsreiches Chorrepertoire.

Unter dem Motto "klassisch - romantisch - zeitgenössisch - populär" jubilierte der Chor und feierten die Zuhörer mit großer Begeisterung den Madrigalchor und dessen Gründer und Leiter, Klaus Fischbach.

Er, der auch wieder die begleitenden Klavierpartien übernommen hatte, nutzte in der Programmzusammenstellung erneut die große und farbige Palette der sensiblen wie zugleich musikantischen Interpretationskunst des Ensembles. Von Claudio Monteverdi über W.A. Mozart, Robert Schumann und Johannes Brahms spannte sich der Komponistenbogen bis zu Stephen Sondheim, Bob Chilcott, Randy Newman und Klaus Fischbach selbst. Von der Madrigalkunst über das romantische Chorlied, durchsetzt von europäischer und amerikanischer Folklore, überraschte das Programm auch mit Darbietungen aus der chorischen Popszene. Eine Reihe von Chormitgliedern waren zugleich auch als Perkussionisten, Instrumentalisten (Adelheid Recktenwald, Flöte), Textdichter (Elisabeth Hoffmann), und als Vokalsolisten gefordert, wobei insbesondere Heinz Recktenwald für seine vorzüglichen Basspartien und Thomas Reichert für die virtuose Solodarbietung in Newmans "Short people" großen Beifall erhielten. Der Chor ließ in anerkennenden Worten durch Chorsprecherin Ulrike Bierbüsse dem Gründer und Leiter Klaus Fischbach seine große Dankbarkeit aussprechen.

Diesen beiden Konzerten mit fast ausschließlich weltlichen Textvertonungen war zum aktuellen Jubiläumsjahr bereits ein denkwürdiger und beeindruckender Musikabend mit ausschließlich geistlicher Musik im Trierer Dom aus Anlass der Heilig-Rock-Tage vorausgegangen. In vorzüglichem Zusammenspiel mit Domorganist Josef Still beeindruckte das Programm die große Zuhörerschaft mit außergewöhnlichen Werken von Benjamin Britten, Charles Ives und Jósef Swider. Zudem hatte Klaus Fischbach für diesen Abend zwei Sololieder von Josef Rheinberger für Chor und Orgel bearbeitet: "Ich bin des Herrn" und "Nachtgebet".

 

Ein kurzer Rückblick auf 50 erfolgreiche Jahre:

Die damalige Begegnung mit dem Leiter der Kirchenfunkredaktion des Saarländischen Rundfunks, dem späteren Programmdirektor Dr. Franz-Josef Reichert († 2012), im Herbst 1961 in der Basilika St. Johann Saarbrücken – Klaus Fischbach hatte soeben die Kirchenmusikerstelle an dieser Kirche übernommen – führte schon bald zu einer vielfältigen Zusammenarbeit im Hinblick auf die chormusikalische Ausgestaltung von geistlichen Hörfunksendungen. „Täglich habe ich Chormusik zu senden - jedoch mangelt es dem SR-Archiv an entsprechenden Einspielungen“, so der damalige Hinweis von Franz Josef Reichert.

Im Folgenden nahm sich Klaus Fischbach einer systematischen Auswertung der im Rundfunkarchiv vorliegenden Tonband- und Schallplatteneinspielungen an, hinsichtlich einer möglichen Übernahme in betreffende Sendungen des Kirchenfunks. Insbesondere aber gründete er eine Gesangsgruppe, die durch entsprechend qualifizierte Arbeit inhaltlich geeignete Chormusik in anspruchvollen Interpretationen für den SR einbringen sollte.

So nahm im Herbst 1962 der MADRIGALCHOR KLAUS FISCHBACH seine Probenarbeit auf. In einer zunächst achtköpfigen Besetzung, als Doppelquartett, erfolgte am 14. März 1963 die erste SR-Tonaufnahme. Es schlossen sich noch im selben Jahr weitere Toneinspielungen auch von weltlichen Chorwerken für die Chor- und Volksmusikabteilung des Rundfunks an. Schnell konnte der Madrigalchor durch seine überzeugende Liedinterpretation sowie die Ergebnisse der effektiven und stets äußerst verlässlichen Arbeits­gemeinschaft von Musikern und Amateuren bei den Rundfunkhörern und Konzertbesuchern Auf­merk­samkeit und besondere Anerkennung finden. Angespornt durch den wachsenden Chorerfolg und die zunehmenden regelmäßigen Konzertauftritte entstand intern mehr und mehr der Wunsch zur stilistischen Ausweitung des Repertoires, was eine behutsame Erweiterung der Besetzung mit sich brachte.

Auf Anregung und mit Förderung des Deutschen Musikrates begab sich der Chor 1969 erstmals auf das heikle Parkett eines internationalen Chorwettbewerbes und ließ sich beim Concorso Internazionale Guido d’Arezzo / Italien einschreiben. Erfahrungen konnte das Ensemble hierbei sammeln – auch Respekt – jedoch noch keine Auszeichnungen. 1972 gelang auch auf diesem Terrain der erste Erfolg, die Auszeichnung mit jeweils einem zweiten Preis in den Kategorien „Kunstlied“ und „Volkslied“ beim europaweit anspruchsvollsten Internationalen Chorwettbewerb in Spittal an der Drau, Österreich. In den Jahren 1980 und 2004 konnte der Madrigalchor diesen Wettbewerb dann jeweils gewinnen. Bei weiteren angesehenen Chorwettbewerben in Montreux, Schweiz 1982 / Gorizzia, Italien 1985 / Nis, Serbien 1986 / Arezzo, Italien 1992 / Cork, Irland 1989 sowie beim Deutschen Chorwettbewerb 1994 ging der Chor ebenfalls als erster Preisträger hervor.

1984 wurde dem MADRIGALCHOR KLAUS FISCHBACH der Saarländische „Förderpreis Musik“ zuerkannt.

Auch der Erfolg auf der dritten chormusikalischen Schiene kann sich sehen lassen: mehr als 30 CDs liegen vor, mit unterschiedlichsten inhaltlichen Schwerpunkten und instrumentalen wie vokalen Partnern.

Gerhard Großmann

[22.08.2013]

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